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Lucentis®
(Novartis, Bülach Schweiz) ist eines von derzeit 3 Wirkstoffen
einer neuen Medikamentengeneration, die als Antikörper gegen
den körpereigenen Gefäßwachstumsfaktor (VEGF) in
der Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) eingesetzt
werden. Erstmals scheint es realistisch zu hoffen, daß durch
die Anwendung von Lucentis™ nicht nur ein Stop im Fortschreiten
der Makuladegeneration, sondern sogar eine Verbesserung der Sehkraft
erzielt werden kann.
Wann wird Lucentis® eingesetzt?
Im Rahmen großer, multizentrischer Studien konnte nachgewiesen
werden, daß alle Formen der feuchten Makuladegeneration von
der Lucentis®-Behandlung profitieren.
Gegenüber
dem bisherigen Behandlungsstandard - der photodynamischen Therapie
(PDT) - scheint v.a. der rasche Wirkungseintritt von großem
Vorteil, der Voraussetzung für die Sehverbesserungen sein dürfte.
So kann parallel zum Verschluß der krankhaften Gefäßneubildungen
(Neovaskularisationen) ein sofort einsetzendes Abschwellen der Ödeme
(Flüssigkeitsansammlungen) in der Makula erzielt werden. In
wie weit die Durchblutung der Aderhaut als Nebeneffekt verbessert
wird, bleibt noch unklar. Bislang konnte allerdings kein Nachweis
erbracht werden, daß die große Zahl der trockenen Formen
der Makuladegeneration von der Anti-VEGF-Therapie (zB. Lucentis®-Behandlung)
profitieren.
Wie wird Lucentis® eingesetzt?
Lucentis® kann in Form von Augentropfen nicht ausreichend im
Bereich der erkrankten Makula wirken. Lucentis® muß deshalb
nach Tropf-Betäubung des Auges mit einer winzigen Nadel in
das Auge eingebracht werden (intravitreale operative Medikamentenapplikation, kurz IVOM). Dafür
sind bereits weniger als 0,1ml Lucentis® (kaum mehr als ein
Wassertropfen) ausreichend.
Nach einem Intervall von 4 bis 6 Wochen kann es sinnvoll sein, die
Behandlung zu wiederholen, um eine Nachhaltigkeit der Lucentis®-Wirkung
zu erzielen. Nach den bisherigen Erfahrungen sind oft 2 bis 3 Behandlungen
ausreichend.
Welche Risiken hat die Lucentis®-Behandlung?
Zunächst ist der Eingriff selbst (Medikamentenapplikation in das Auge) mit
einem - allerdings sehr geringem - Risiko behaftet, weshalb dieser
nur Augenchirurgen vorbehalten sein sollte. Anti-VEGF-Präparate
haben bislang ein sehr gute Wirkung bei nur geringen Nebenwirkungen
gezeigt, sodaß diese meist beträchtlich harmloser einzustufen
sind als der mögliche Schaden durch die behandelte Augenerkrankung
selbst.
Wo wird die Lucentis®-Behandlung angeboten?
Voraussetzung für die Anwendung von Lucentis® ist ein Operationssaal,
der die hygienischen Voraussetzungen für diese Form der Behandlung
erfüllt. Aus den Anfängen der Prüfungsphase von Anti-VEGF-Präparaten
ist die Gefahr von Infektionen allen Chirurgen erinnerlich, weshalb
sich ein Eingriff nur unter höchstmöglichen sterilen Bedingungen
wie einem Operationssaal anbietet.
Als einzigem Augenzentrum Westösterreichs führen wir die
Lucentis®-Behandlungen in der Makula-Ambulanz der Univ.-Klinik
für Augenheilkunde & Optometrie in Innsbruck seit Anfang
März 2006 durch.
(aktualisiert 10.01.09:) Seit Anfang 2009 wird die Behandlung auch an der Augenabteilung des a.ö. Krankenhauses Dornbirn angeboten.
Sollten Sie auf Grund Ihrer Augenerkrankung vermuten, daß
Sie von der Lucentis®-Behandlung profitieren könnten, oder
generell Fragen zur Behandlung haben, kontaktieren Sie uns (am Besten per email an info(at)kunze.at).
Gibt es Alternativen?
Lucentis® ist eines von 3 Präparaten aus der Gruppe der
Anti-VEGF-Wirkstoffe. Ihnen allen ist gemeinsam, daß sie den
bisherigen Behandlungsstandard, nämlich die Photodynamische
Therapie (PDT) der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) abgelöst
haben. Macugen® zeigt sich als eines der Alternativpräparate
vermutlich auf Grund seiner zu selektiven Wirkung nicht so wirksam
wie Lucentis®. Avastin® ist fast ident mit Lucentis®
(Lucentis® ist für die Netzhaut-Passage fragmentiert und
immunologisch verfeinert, ansonsten der gleiche Antikörper
wie Avastin®), aber im Gegensatz zu den beiden anderen Präparaten
(bisher) nicht für die Anwendung am Auge zugelassen. MIttlerweile schon mehrjährige
Erfahrungen mit Avastin® können keinen therapeutischen
Nachteil gegenüber Lucentis® nachweisen (Stand 06.2010),
sodaß unabhängig vom Zulassungsstatus eine weltweit sehr
häufige Anwendung von Avastin® zu beobachten ist, da Lucentis®
ca. 60(!) Mal teurer ist als Avastin®. Spätestens hier
beginnt die Diskussion, ob es noch vertretbar ist, ein für
die Behandlung am Auge nicht zugelassenes Präparat wie Avastin®
abzulehnen, obwohl
kein Nachteil gegenüber dem im Februar 2007 zugelassenem Lucentis®
ersichtlich ist und auf Grund der Preisdifferenz von fast EUR 1.500
pro Behandlung wohl nicht nur selektiven Einzelfällen (bzw.
wenigen Augenzentren) vorbehalten wäre.
Kann die Anti-VEGF-Therapie auch bei anderen Augenerkrankungen
hilfreich sein?
Generell scheint die Behandlung mit Anti-VEGF-Präparaten (wohlgemerkt:
als injektion in das Auge) für eine große Zahl von anderen
Augenerkrankungen neben der feuchten Makuladegeneration geeignet
zu sein. Auf Grund der zweiarmigen Wirkungsweise (gegen Gefäßneubildungen
(Neovaskularisation) sowie gegen Netzhautschwellungen (Ödeme))
ist diese Therapie nachweislich auch prädestiniert zu sein
für Erkankungen wie Gefäßverschlüsse (Thrombosen),
diabetische Netzhauterkrankung (mit Ödem oder Gefäßneubildung),
seltenere proliferative Netzhauterkrankungen (zB Mb. Coats, Eales,
Fuchs’sche Makulopathie bei hoher Kurzsichtigkeit, …),
Ödemen der Makula (zB. bedingt durch juxtafoveoläre Teleangiektasien)
oder bestimmte Formen von Grünem Star (Neovaskularisationsglaukom).
Prüfphasen bei der Behandlung dieser Makulaerkrankungen sind teilweise schon positiv abgeschlossen, sodaß Lucentis® auch bei Gefäßverschlüssen und diabetischen Netzhautveränderungen (Makulaödem) empfohlen werden kann. Im Rahmen einer Untersuchung Ihrer Augen informieren wir Sie selbstverständlich, ob Sie von dieser Behandlung profitieren können.
(aktualisiert 06.2010)
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Mo:
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Fr:
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Tel 05572 23500
Fax 05572 23500-15
email
Kontaktlinsen
Tel 05572 23500 14
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